Der Geist

 Der Geist ist wie eine Mühle: Was man hineingibt, mahlt er.


Die Kirchenväter lehren uns, dass der menschliche Geist wie eine Mühle ist: Er arbeitet unaufhörlich. Die Frage ist nicht, ob er mahlt, sondern was wir hineingeben.


Wenn wir unseren Geist mit Bosheit, Neid, Furcht, Verurteilung und Sorge nähren, wird dies in unseren Worten und Taten Früchte tragen. Doch wenn wir ihn mit Gebet, der Heiligen Schrift, den Lehren der Heiligen und reinen Gedanken nähren, wird unsere Seele Frieden und Licht finden.


Deshalb ist es so wichtig, das Wort Gottes zu lesen, an den heiligen Stunden teilzunehmen und die Worte, die uns Christus näherbringen, in unseren Herzen zu bewahren. Sie werden zu einem Schatz, aus dem die Seele täglich genährt wird.


Von dem großen Einsiedler Abt Philemon wird berichtet, dass er den Psalter so oft las, dass er gestand, die Psalmen seien ihm so nah geworden, als kämen sie aus seinem eigenen Herzen.


So sollte es auch mit uns sein. Lasst uns unseren Geist mit Gedanken füllen, die Gott gefallen, bis sie zu unserer natürlichen Denk- und Lebensweise werden.


Das geistliche Leben beginnt im Geist.


Jede Handlung, ob gut oder schlecht, entspringt zuerst einem Gedanken. Deshalb sagen die Kirchenväter, dass Aufstieg und Fall des Menschen im Verborgenen seiner Gedanken ihren Anfang nehmen.


Zunächst erscheint ein schlechter Gedanke unbedeutend.


Er gleicht einem Samenkorn oder einer Ameise, die man leicht entfernen kann. Doch wenn man ihn willkommen heißt, ihn nährt und wachsen lässt, kann er schließlich das ganze Herz beherrschen.


Ein einziger guter Gedanke hingegen hat die Kraft, die Dunkelheit zu vertreiben.


Einst fragte ein Bruder Abba Pimen:


„Vater, was soll ich tun? Ich habe ständig schlechte Gedanken.“


Der Älteste antwortete weise:


„Kannst du den Wind anhalten?“


„Nein“, erwiderte der Bruder.


Da sagte Abba Pimen zu ihm:


„Du kannst nicht verhindern, dass Gedanken auftauchen. Aber du kannst dich entscheiden, sie nicht zuzulassen und sie durch gute Gedanken zu ersetzen.“


Dies ist eine der wichtigsten Lektionen des geistlichen Lebens.


Nicht alle Gedanken, die uns durch den Kopf gehen, gehören uns. Doch die Entscheidung, sie zu behalten oder zu verbannen, liegt bei uns.


Die Kraft des Gebets und der Wachsamkeit.


Je mehr wir beten, desto klarer wird unser Geist. Je näher wir Gott kommen, desto mehr verlieren böse Gedanken ihre Macht.


Die Heiligen sagen, dass böse Gedanken, wie Feuer im Wasser erlischt, in einem Herzen, das Gott wahrhaft liebt und nach dem Guten strebt, keinen Platz haben.


Seien wir daher auf den Ursprung jedes Gedankens. Ein guter Gedanke kann ein Leben verändern, und ein böser Gedanke, wenn er genährt wird, kann große Unruhe stiften.


Bitten wir den Herrn, unseren Geist rein zu bewahren, uns mit seiner Gnade zu erleuchten und unsere Seelen mit heiligen Gedanken zu erfüllen. Denn wer schön denkt, lebt schön, und wer mit Christus lebt, findet wahren Frieden und wahre Freude. Amen. Hl.Vaders,FB

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